Typisches Bild: In einem Raum ist das Internet „langsam“, Gespräche brechen ab, der Fernseher puffert. Der Reflex: einen stärkeren Router kaufen. In der Praxis liegt das Problem in der Hälfte der Fälle woanders und lässt sich ohne Ausgaben lösen.

Bevor Sie etwas kaufen: Messen Sie die Geschwindigkeit per Kabel am Router und drahtlos an der Problemstelle. Ist es auch per Kabel langsam, ist es kein WLAN-Problem, sondern die Leitung oder die Technik des Anbieters.

Schritt 1: Wo der Router steht

Router stehen meist dort, wo das Kabel in die Wohnung kommt — im Flur, am Boden, hinter einem Schrank. Das ist der schlechteste Platz. Das Signal breitet sich kugelförmig aus und wird von Wänden, Spiegeln, Geräten und Wasser gedämpft.

  • Router möglichst zentral zu den genutzten Räumen aufstellen.
  • Höher ist besser — auf ein Regal, nicht auf den Boden.
  • Nicht im Schrank oder hinter dem Fernseher verstecken.
  • Externe Antennen: eine senkrecht, die zweite im 45-Grad-Winkel.

Schritt 2: Zwei Bänder, zwei Aufgaben

Unterschiede der WLAN-Bänder
BandReichweiteGeschwindigkeitWofür
2,4 GHzGroß, durchdringt WändeGeringer, mehr StörungenKameras, Sensoren, Geräte in der Garage
5 GHzKleiner, schlechter durch WändeHoch, weniger StörungenLaptop, Fernseher, Handy im selben Raum
6 GHz (Wi‑Fi 6E/7)Am kleinstenAm höchstenNeue Geräte nahe am Router

Sendet der Router einen Namen für beide Bänder, wählen die Geräte selbst — und hängen oft am schwächeren Signal. Bei Problemen lohnt es, die Namen zu trennen und Geräte bewusst zuzuordnen.

Schritt 3: Kanäle und Nachbarn

Im Mehrfamilienhaus senden oft ein Dutzend Netze auf demselben Kanal. Eine Analyse-App am Handy zeigt die Belegung. Bei 2,4 GHz sind nur die Kanäle 1, 6 und 11 sinnvoll; bei 5 GHz genügt meist die Automatik.

Schritt 4: Was bei fehlender Abdeckung wirklich hilft

Lösungen für schwache Abdeckung
LösungSinnvoll wennNachteil
Router umstellenImmer der erste SchrittManchmal längeres Kabel nötig
RepeaterEine schwache Stelle, kleines BudgetMeist halbe Geschwindigkeit, häufige Abbrüche
Mesh-SystemHaus ohne Verkabelung, mehrere EtagenKosten, schwächer bei dicken Wänden
Access Point am KabelEin Kabel ist verlegbarInstallationsaufwand
PowerlineKein Kabel möglich, ein StromkreisErgebnis hängt von der Elektroinstallation ab
Das häufigste Missverständnis: Mesh „verstärkt“ das Signal nicht. Mesh sind mehrere Punkte im Haus — verbindet sie ein schwaches Funksignal, ist auch das Ergebnis schwach. Ein Kabel zum zweiten Punkt schlägt jedes rein drahtlose Set.

Schritt 5: Liegt es am Gerät?

Manchmal betrifft „langsames Internet“ nur einen Laptop mit altem WLAN-Modul oder aggressivem Energiesparen. Der Test ist einfach: Geschwindigkeit auf zwei Geräten an derselben Stelle messen. Ist nur eines langsam, ist das Netz in Ordnung.

Sicherheit gleich mit erledigen

  • Administrator-Passwort des Routers ändern — nicht identisch mit dem WLAN-Passwort.
  • WPA2 oder WPA3 verwenden, niemals WEP oder ein offenes Netz.
  • WPS abschalten, wenn es nicht gebraucht wird.
  • Ein separates Netz für Gäste und Smart-Geräte einrichten.
  • Router-Firmware prüfen — die meisten Heimrouter aktualisieren sich nicht selbst.

Bessere Abdeckung ist meist eine Frage der Diagnose, nicht des Einkaufs. Wenn jemand die Lage bei Ihnen messen und die kleinste wirksame Änderung vorschlagen soll, sehen Sie Netzwerke, WLAN und VPN.